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    BU vs. Unfallversicherung, so vermeiden Sie Versorgungslücken

    Sebastian Geburek
    18.04.2026
    NEU
    Berufsunfähigkeitsversicherung vs. Unfallversicherung: Was ist der Unterschied?

    Das Wichtigste in 30 Sekunden

    Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) und die Unfallversicherung sind zwei unterschiedliche Absicherungsarten. Die BU schützt Ihr Einkommen, wenn Sie aufgrund gesundheitlicher Probleme, wie Krankheiten oder psychischen Erkrankungen, nicht mehr arbeiten können. Rund jeder vierte Erwerbstätige wird im Laufe seines Lebens berufsunfähig. Im Gegensatz dazu bietet die Unfallversicherung Schutz vor den finanziellen Folgen eines Unfalls. Beide Versicherungen sind wichtig und ergänzen sich, sodass Sie Ihre finanziellen Risiken umfassend absichern können.

    Berufsunfähigkeitsversicherung vs. Unfallversicherung: Zwei grundlegend verschiedene Konzepte

    Die Absicherung der eigenen Arbeitskraft und der finanziellen Existenz gehört zu den wichtigsten Themen der privaten Vorsorge. Doch gerade bei der Wahl der richtigen Versicherung kommt es häufig zu Missverständnissen. Viele Menschen fragen sich, ob eine Unfallversicherung ausreicht oder ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung zwingend notwendig ist. Oft werden beide Begriffe sogar synonym verwendet, obwohl sie völlig unterschiedliche Risiken abdecken.

    Um es gleich vorwegzunehmen: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) und eine private Unfallversicherung sind keine Konkurrenten, die denselben Zweck erfüllen. Sie sind vielmehr zwei unterschiedliche Bausteine in einem soliden finanziellen Fundament. Wer den Unterschied zwischen diesen beiden Policen versteht, kann fundierte Entscheidungen für sich und seine Familie treffen und fatale Versorgungslücken vermeiden. In diesem Artikel beleuchten wir detailliert, wann welche Versicherung greift, welche Leistungen sie erbringt und warum die Ursache eines gesundheitlichen Problems der entscheidende Faktor ist.

    Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)?

    Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist der Klassiker unter den Einkommensabsicherungen. Ihr primäres Ziel ist es, den gewohnten Lebensstandard zu erhalten, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sind, Ihrem zuletzt ausgeübten Beruf nachzugehen. Dabei ist es der Versicherung völlig egal, ob die Berufsunfähigkeit durch eine Krankheit, einen Unfall oder durch Kräfteverfall eintritt.

    Aktuelle statistische Erhebungen zeigen, dass etwa jeder vierte Erwerbstätige im Laufe seines Arbeitslebens mindestens einmal berufsunfähig wird. Das Risiko ist also real und betrifft längst nicht nur Menschen in körperlich anstrengenden Berufen. Im Gegenteil: Die Hauptursachen für Berufsunfähigkeit sind heutzutage Nervenkrankheiten und psychische Erkrankungen wie Burnout oder schwere Depressionen, die fast ein Drittel aller Fälle ausmachen. Darauf folgen Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates sowie Krebs und andere bösartige Tumore.

    Sobald ein Arzt feststellt, dass Sie Ihren Beruf voraussichtlich für mindestens sechs Monate zu 50 Prozent oder mehr nicht mehr ausüben können, zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung eine vorab vereinbarte monatliche Rente. Diese Rente fließt so lange, wie die Berufsunfähigkeit andauert, maximal jedoch bis zum vereinbarten Endalter, welches idealerweise dem regulären Renteneintrittsalter entspricht.

    Was ist eine private Unfallversicherung?

    Im Gegensatz zur BU konzentriert sich die private Unfallversicherung auf ein einziges, spezifisches Ereignis: den Unfall. Sie bietet finanziellen Schutz vor den dauerhaften körperlichen oder geistigen Folgen eines solchen Ereignisses. Krankheiten, die wie erwähnt die häufigste Ursache für den Verlust der Arbeitskraft sind, sind hier komplett ausgeschlossen.

    Die Versicherungswirtschaft definiert einen Unfall nach einem festen Schema, das oft mit dem Akronym PAUKE abgekürzt wird: Ein Unfall liegt vor, wenn eine versicherte Person durch ein Plötzlich von Außen auf den Körper Unfreiwillig einwirkendes Ereignis eine Gesundheitsschädigung erleidet. Wenn Sie sich detaillierter darüber informieren möchten, ab wann genau ein Ereignis als Unfall gilt und welche Leistungen dann fällig werden, empfiehlt sich ein Blick auf unseren Beitrag Unfallversicherung: Was deckt sie wirklich ab?.

    Wann sollten Sie handeln?

    • Sie besitzen ausschließlich eine Unfallversicherung, benötigen Ihr aktuelles Einkommen aber zwingend zur Deckung Ihrer laufenden Lebenshaltungskosten.
    • Sie gehen davon aus, als Büroangestellter kein Risiko für eine Berufsunfähigkeit zu tragen.
    • Sie wissen nicht mit Sicherheit, ob Ihre aktuelle Police auch bei psychischen Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen zahlt.
    • Sie haben in den letzten Jahren eine Familie gegründet, eine Immobilie finanziert oder einen größeren Kredit aufgenommen.
    • Sie haben Ihre bestehende Einkommensabsicherung seit mehr als drei Jahren nicht mehr an Ihr gestiegenes Gehalt oder die Inflation angepasst.

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    Die Hauptleistung der privaten Unfallversicherung ist in der Regel eine einmalige Kapitalauszahlung, deren Höhe sich nach dem festgestellten Invaliditätsgrad und der vereinbarten Versicherungssumme richtet. Diese Summe ist extrem wichtig, um nach einem schweren Unfall das Lebensumfeld an die neuen körperlichen Gegebenheiten anzupassen. Dazu gehören beispielsweise der barrierefreie Umbau des Hauses, die Anschaffung eines behindertengerechten Fahrzeugs oder die Bezahlung spezieller Therapien und Pflegekräfte. Alternativ oder ergänzend kann auch eine lebenslange Unfallrente: Was ist das und wie funktioniert sie? vereinbart werden, die ab einem bestimmten Invaliditätsgrad (meist ab 50 Prozent) gezahlt wird.

    Die wichtigsten Unterschiede im direkten Vergleich

    Um die Entscheidung für die richtige Absicherung zu erleichtern, ist es hilfreich, die Kernunterschiede der beiden Versicherungsarten systematisch gegenüberzustellen. Wenn Sie das Thema noch tiefergehend analysieren möchten, finden Sie weitere wertvolle Informationen unter Unfallversicherung und Berufsunfähigkeit: Der Unterschied.

    1. Der Auslöser (Leistungsfall)

    • Berufsunfähigkeitsversicherung: Leistet bei Krankheit, Unfall oder Kräfteverfall. Der Grund für die gesundheitliche Einschränkung ist irrelevant, solange die Arbeitskraft im aktuellen Beruf zu mindestens 50 Prozent beeinträchtigt ist.
    • Unfallversicherung: Leistet ausschließlich bei Unfällen, die zu einer dauerhaften Invalidität führen. Krankheiten lösen hier keinen Leistungsanspruch aus.

    2. Die Art der Leistung

    • Berufsunfähigkeitsversicherung: Zahlt eine monatliche Rente als Einkommensersatz. Diese sichert die laufenden Lebenshaltungskosten wie Miete, Kredite, Lebensmittel und den Lebensunterhalt der Familie.
    • Unfallversicherung: Zahlt primär eine einmalige Kapitalsumme. Diese dient dazu, hohe Einmalkosten zu decken, die durch den Unfall entstehen (z. B. behindertengerechter Umbau). Eine Unfallrente kann optional eingeschlossen werden.

    3. Der Bezug zum Beruf

    • Berufsunfähigkeitsversicherung: Ist untrennbar mit Ihrem konkreten Beruf verbunden. Ein Chirurg, der nach einem leichten Zittern in der Hand nicht mehr operieren kann, ist berufsunfähig, auch wenn er im Alltag kaum eingeschränkt ist.
    • Unfallversicherung: Ist völlig unabhängig von Ihrem Beruf. Es geht rein um die körperliche Beeinträchtigung. Wenn Sie ein Bein verlieren, erhalten Sie die vertraglich vereinbarte Summe für den Verlust eines Beines, unabhängig davon, ob Sie als Dachdecker oder als Programmierer arbeiten.

    4. Gesundheitsprüfung und Abschluss

    • Berufsunfähigkeitsversicherung: Erfordert eine sehr detaillierte und strenge Gesundheitsprüfung. Vorerkrankungen, Allergien, psychische Behandlungen oder Rückenbeschwerden können zu Risikozuschlägen, Leistungsausschlüssen oder sogar zur Ablehnung des Antrags führen.
    • Unfallversicherung: Die Gesundheitsfragen sind deutlich reduzierter und weniger streng. Oft reicht eine einfache Erklärung, dass keine schweren Erkrankungen (wie Epilepsie oder schwere Nervenleiden) vorliegen. Daher ist sie auch für Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen gut zugänglich.

    Warum die Ursache entscheidend ist: Das 90/10-Prinzip

    Ein Blick auf die Statistiken der Versicherer öffnet vielen Menschen die Augen. Wenn es um den Verlust der Arbeitskraft geht, sind Unfälle in weniger als 10 Prozent der Fälle die Ursache. In über 90 Prozent der Fälle zwingen Krankheiten die Menschen dazu, ihren Beruf aufzugeben. Darunter fallen, wie bereits erwähnt, psychische Probleme, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gelenkverschleiß.

    Wer sich also ausschließlich auf eine Unfallversicherung verlässt, lässt über 90 Prozent der statistischen Risiken für einen Einkommensverlust ungedeckt. Das bedeutet im Umkehrschluss jedoch nicht, dass die Unfallversicherung nutzlos ist. Ein schwerer Unfall kann immense Kosten verursachen, die durch eine monatliche BU-Rente allein nicht aufzufangen sind. Wenn Sie nach einem Freizeitunfall plötzlich 100.000 Euro benötigen, um Ihr Eigenheim rollstuhlgerecht umzubauen, stößt eine monatliche Rente von vielleicht 2.000 Euro schnell an ihre Grenzen. Hier zeigt sich die wahre Stärke der Unfallversicherung.

    Gesetzlich vs. Privat: Eine wichtige Unterscheidung

    Viele Arbeitnehmer wiegen sich in falscher Sicherheit, weil sie über ihren Arbeitgeber in der gesetzlichen Unfallversicherung pflichtversichert sind. Diese bietet jedoch nur einen sehr eingeschränkten Schutz. Sie greift ausschließlich bei Arbeitsunfällen, Wegeunfällen (dem direkten Weg zur Arbeit und zurück) sowie bei anerkannten Berufskrankheiten.

    Die Realität sieht jedoch anders aus: Die meisten Unfälle, rund 70 Prozent, passieren in der Freizeit, im Haushalt, beim Sport oder im Urlaub. In all diesen Fällen bietet die gesetzliche Unfallversicherung exakt null Prozent Schutz. Hier springt nur eine private Police ein, die weltweit und rund um die Uhr (24/7) gilt. Mehr zu dieser grundlegenden Thematik erfahren Sie in unserem Artikel Gesetzliche vs. private Unfallversicherung: Die Unterschiede.

    Praxisbeispiele: Wann greift welche Police?

    Um die theoretischen Unterschiede greifbar zu machen, betrachten wir zwei fiktive, aber typische Szenarien aus dem Leben.

    Szenario 1: Die schleichende Erkrankung

    Ein 42-jähriger Familienvater, der als Abteilungsleiter in einem mittelständischen Unternehmen arbeitet, leidet zunehmend unter starkem Stress. Letztlich diagnostiziert der Arzt ein schweres Burnout-Syndrom, begleitet von Depressionen. Der Mann kann seinen Beruf auf unbestimmte Zeit nicht mehr ausüben.

    • Berufsunfähigkeitsversicherung: Greift. Da die Arbeitskraft zu mehr als 50 Prozent eingeschränkt ist, zahlt die Versicherung die vereinbarte monatliche Rente, mit der die Familie ihre Raten für das Haus und den Lebensunterhalt weiter bestreiten kann.
    • Unfallversicherung: Zahlt keinen Cent. Es liegt kein Unfallereignis vor, sondern eine Krankheit.

    Szenario 2: Der schwere Freizeitunfall

    Eine 35-jährige Architektin stürzt beim Skifahren im Urlaub schwer und zieht sich eine komplexe Verletzung der Wirbelsäule zu. Sie ist fortan auf einen Rollstuhl angewiesen. Nach einer langen Rehabilitation kann sie ihren Beruf als Architektin vom Schreibtisch aus (mit entsprechenden Anpassungen) zwar zu 60 Prozent wieder aufnehmen, ihr privates Leben steht jedoch Kopf.

    • Berufsunfähigkeitsversicherung: Zahlt in diesem speziellen Fall nicht dauerhaft (oder nur während der akuten Phase), da sie ihren Beruf nach der Reha zu mehr als 50 Prozent weiter ausüben kann. Der Einkommensverlust hält sich in Grenzen.
    • Unfallversicherung: Greift in vollem Umfang. Durch die dauerhafte Invalidität (Querschnittslähmung) erhält sie eine hohe einmalige Kapitalauszahlung. Mit diesem Geld kann sie einen Aufzug in ihr Haus einbauen lassen, ein speziell umgebautes Auto kaufen und notwendige medizinische Hilfsmittel finanzieren, die die Krankenkasse nicht übernimmt.

    Für wen ist welche Versicherung sinnvoll?

    Die Frage lautet selten "Entweder oder?", sondern vielmehr "Wie kombiniere ich richtig?". Der Bedarf unterscheidet sich je nach Lebenssituation, Beruf und familiären Verpflichtungen.

    Die Berufsunfähigkeitsversicherung: Das absolute Muss

    Die BU gilt unter Experten als eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt. Jeder, der auf sein Einkommen angewiesen ist, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, sollte eine solche Police besitzen. Das gilt für Angestellte, Selbstständige und auch für Auszubildende oder Studierende. Da der Staat bei Erwerbsminderung nur eine geringe Basisversorgung (Erwerbsminderungsrente) bietet, und das auch nur unter sehr strengen Voraussetzungen,, ist der private Schutz unerlässlich.

    Sollten Sie jetzt konkret handeln?

    • Sie schieben den Abschluss einer passenden Einkommensabsicherung immer wieder auf, obwohl mit jedem weiteren Lebensjahr die Beiträge steigen und mögliche neue Vorerkrankungen den Schutz deutlich erschweren.
    • Sie haben bereits Beratungsgespräche geführt oder konkrete Angebote vorliegen, die finale Entscheidung aber vertagt und tragen das finanzielle Risiko eines Arbeitskraftverlustes somit weiterhin komplett selbst.
    • Sie wissen, dass die reine Kapitalauszahlung einer Unfallversicherung Ihre laufenden Fixkosten nicht dauerhaft decken wird, haben aber noch keine monatliche Rentenlösung vertraglich fixiert.
    • Sie sichern alltägliche Sachwerte konsequent ab, zögern jedoch bei der existenziellen Absicherung Ihrer Arbeitskraft und riskieren damit, im Ernstfall Ihr gesamtes privates Vermögen aufzehren zu müssen.

    → Dann sollten Sie jetzt konkrete Schritte festlegen, bevor weitere finanzielle Nachteile entstehen.

    Die Unfallversicherung: Die sinnvolle Ergänzung

    Eine private Unfallversicherung ist besonders für bestimmte Zielgruppen von enormer Bedeutung. Vor allem Familien mit Kindern sollten sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen, da Kinder keinen BU-Schutz haben, aber extrem aktiv sind. Vertiefende Informationen hierzu finden Sie unter Warum brauchen Familien eine Unfallversicherung?.

    Darüber hinaus ist die Unfallversicherung sinnvoll für:

    • Personen mit riskanten Hobbys: Wer gerne Mountainbike fährt, klettert, reitet oder Motorrad fährt, hat ein statistisch höheres Unfallrisiko.
    • Personen, die keine BU bekommen: Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen (z. B. Asthma, psychische Vorbehandlungen, schwere Rückenleiden) werden von BU-Versicherern oft abgelehnt oder müssten extrem hohe Prämien zahlen. Für sie ist die Unfallversicherung (oft in Kombination mit einer Dread-Disease- oder Grundfähigkeitsversicherung) eine essenzielle Alternative, um zumindest einen Teil der Risiken abzusichern.
    • Hausfrauen und Hausmänner: Wer kein eigenes Erwerbseinkommen erzielt, kann oft keine klassische BU abschließen. Ein schwerer Unfall der haushaltsführenden Person führt jedoch zu massiven Kosten (z. B. für eine Haushaltshilfe oder Kinderbetreuung).

    Kosten und Beitragsgestaltung

    Auch bei der Preisgestaltung gibt es massive Unterschiede zwischen den beiden Systemen.

    Die Prämien einer Berufsunfähigkeitsversicherung hängen stark vom Eintrittsalter, dem Gesundheitszustand, der Laufzeit und vor allem vom ausgeübten Beruf ab. Ein Büroangestellter zahlt deutlich weniger als ein Fliesenleger oder Dachdecker, da das Risiko, den Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben zu müssen, bei körperlich arbeitenden Menschen ungleich höher eingeschätzt wird. Eine gute BU kostet für einen gesunden, jungen Büroangestellten oft zwischen 40 und 80 Euro im Monat; bei körperlichen Berufen kann der Beitrag schnell auf 150 Euro oder mehr steigen.

    Die Unfallversicherung hingegen ist deutlich günstiger. Hier spielt der Beruf zwar auch eine Rolle (eingeteilt in Gefahrengruppen), aber die Unterschiede sind längst nicht so gravierend. Eine leistungsstarke Unfallversicherung mit einer hohen Grundsumme und einer guten Progression (die dafür sorgt, dass bei hohen Invaliditätsgraden überproportional viel Geld fließt) ist oft schon für 15 bis 30 Euro im Monat zu haben. Das Alter bei Abschluss spielt eine geringere Rolle, und die Gesundheitsfragen sind, wie bereits erwähnt, sehr überschaubar.

    Kann die Unfallversicherung eine BU ersetzen?

    Diese Frage wird häufig gestellt und muss mit einem klaren "Nein" beantwortet werden. Eine Unfallversicherung kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung niemals vollwertig ersetzen, da sie das größte Risiko, die Krankheit, komplett ausklammert. Wer aus Kostengründen auf eine BU verzichtet und stattdessen nur eine Unfallversicherung abschließt, handelt fahrlässig in Bezug auf seine existenzielle Absicherung.

    Dennoch gibt es Situationen, in denen der Abschluss einer Unfallversicherung der einzig gangbare Weg ist. Wenn eine BU aufgrund von Vorerkrankungen unbezahlbar ist oder der Versicherer den Antrag komplett ablehnt, gilt der Grundsatz: Ein teilweiser Schutz ist besser als gar kein Schutz. In einem solchen Fall schützt die Unfallversicherung zumindest vor dem finanziellen Ruin, wenn ein Unfall die Ursache für eine dauerhafte Einschränkung ist.

    Fazit: Die Kombination macht den optimalen Schutz

    Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Berufsunfähigkeitsversicherung und Unfallversicherung zwei völlig unterschiedliche Aufgaben im Rahmen Ihrer persönlichen Absicherung übernehmen. Die BU ist der Leibwächter Ihres monatlichen Einkommens und schützt Sie vor den finanziellen Folgen von Krankheiten und Unfällen, die Sie an der Ausübung Ihres Berufes hindern. Sie ist das Fundament der Arbeitskraftabsicherung.

    Die private Unfallversicherung hingegen ist der Spezialist für hohe Einmalkosten nach einem schweren unfallbedingten Schicksalsschlag. Sie leistet unabhängig davon, ob Sie weiter arbeiten können oder nicht, und sichert vor allem die finanziellen Mittel für ein selbstbestimmtes Leben trotz körperlicher Einschränkungen. Wer finanziell optimal aufgestellt sein möchte, spielt die beiden Versicherungen nicht gegeneinander aus, sondern nutzt sie als sich ergänzende Bausteine. So stellen Sie sicher, dass weder eine schleichende Krankheit noch ein plötzlicher Unfall Ihre finanzielle Existenz oder die Ihrer Familie zerstören kann.

    Da jede Lebenssituation, jedes Berufsrisiko und jede familiäre Konstellation einzigartig ist, gibt es bei der Absicherung keine Lösung von der Stange. Eine pauschale Empfehlung kann eine individuelle Risikoanalyse niemals ersetzen. Um herauszufinden, welche Versicherungssummen für Sie sinnvoll sind, wie Sie bestehende Verträge optimieren können oder welche Absicherung in Ihrer aktuellen Lebensphase die höchste Priorität hat, ist eine persönliche Beratung der beste Weg. Sie können bei uns jederzeit eine kostenlose und unverbindliche Beratung anfragen. Wir analysieren gemeinsam mit Ihnen Ihre Situation und finden verständliche, maßgeschneiderte Lösungen, die genau zu Ihnen und Ihrem Budget passen.

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    1. Zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung auch bei einem Unfall?

    Ja, absolut. Wenn ein Unfall dazu führt, dass Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich für mindestens sechs Monate zu 50 Prozent oder mehr nicht mehr ausüben können, zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung die vereinbarte monatliche Rente. Der Auslöser (Krankheit oder Unfall) spielt für die Leistungspflicht der BU keine Rolle.

    2. Brauche ich eine private Unfallversicherung, wenn ich schon eine BU habe?

    Das hängt von Ihrem persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab. Eine BU sichert Ihr monatliches Einkommen ab. Ein schwerer Unfall kann jedoch plötzliche, sehr hohe Einmalkosten verursachen (z. B. für den behindertengerechten Umbau des Hauses oder spezielle Fahrzeuge), die durch die laufende BU-Rente oft nicht gedeckt werden können. Hier greift die Kapitalauszahlung der Unfallversicherung. Zudem leistet die Unfallversicherung auch dann, wenn Sie nach einem Unfall eine körperliche Einschränkung behalten, aber weiterhin in Ihrem Beruf arbeiten können (und die BU somit nicht zahlt).

    3. Was ist besser für Kinder: BU oder Unfallversicherung?

    Da Kinder noch keinen Beruf ausüben, können sie in der Regel keine klassische Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen (Ausnahmen gibt es teilweise ab dem 10. Lebensjahr in Form von Schulunfähigkeitsversicherungen). Für Babys, Kleinkinder und jüngere Schulkinder ist eine private Unfallversicherung daher extrem wichtig. Sie schützt vor den finanziellen Folgen, wenn das Kind durch einen Unfall dauerhafte Schäden davonträgt und später vielleicht gar nicht erst ins Berufsleben starten kann.

    4. Warum sind die Gesundheitsfragen bei der BU so viel strenger?

    Die Berufsunfähigkeitsversicherung deckt ein wesentlich größeres Risiko ab, nämlich den Ausfall der Arbeitskraft durch jegliche Art von Krankheit (inklusive psychischer Erkrankungen, Krebs, Rückenleiden etc.). Da Krankheiten für über 90 Prozent aller Berufsunfähigkeiten verantwortlich sind, muss der Versicherer das individuelle Gesundheitsrisiko vor Vertragsabschluss sehr genau prüfen. Die Unfallversicherung deckt nur Unfälle ab, deren Eintreten unabhängig vom allgemeinen Gesundheitszustand meist auf äußeren, unvorhersehbaren Ereignissen beruht.

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